Big Band Saulgau feiert 30 Jahre mit Konzert

Bandgründer Hans Georg Rimmele leitet die Formation bis heute – Fotos geben Rückblick

VON MONIKA FISCHER

Bad Saulgau – Die Big Band Saulgau hat beim Jahreskonzert 2016 eine musikalische Wundertüte geöffnet, die mit Lieblingstiteln der Bandmitglieder bestückt war. Parallel zum mitreißenden Big-Band-Sound gab es einen fotografischen Rückblick auf die vergangenen Jahre, die Moderator Michael Stephan mit Anekdoten und fundiertem Jazz-Hintergrundwissen illustrierte.

30 Jahre Big Band: eine Erfolgsgeschichte, die wohl wenige Jazz-Formationen für sich verbuchen können. Großen Anteil daran hat Hans Georg Rimmele, der die Band 1986 gründete und mit viel Engagement und Herzblut bis heute leitet. Zwar hat die Besetzung – berufs- und familienbedingt – im Laufe der Zeit gewechselt, doch findet sich noch immer eine erstaunliche Zahl „alter Hasen“ unter den Musikern, die den phänomenalen Sound durch brillante Technik und intensive Tonfarben mitprägen. In seiner launigen, von musikalischen Hintergrund-Infos gestützten Moderation, verwies Michael Stephan darauf, dass die Jahre doch mancherorts ihre Spuren hinterlassen haben. Ein Blick auf die Leinwand im Bühnenhintergrund, über die beständig Fotos aus vergangenen Tagen flimmerten, bestätigte diese These – zumindest was den Umfang und die Farbe manchen Haupthaars betraf.

Nachwuchs füllt die Reihen
Doch Nostalgie und Gegenwart, gestandene Musiker und Nachwuchstalente, halten sich bei der Big Band durchaus die Waage. Denn Hans Georg „Hansi“ Rimmele ist es stets gelungen, Lücken in den einzelnen Registern durch hochmotivierte junge Musiker zu schließen. Dazu gehört der Posaunist Alex Werner, der sich beim Titel „Sway“ auch als hervorragender Sänger bewies und überdies zweimal das Dirigat übernahm. Seit geraumer Zeit ist Michaela Rust bei der Big Band im Dauereinsatz. Die Stimme der Sängerin umfasst Klangfarben von groovig-gurrend über samt-melodiös bis hin zu schneidend scharfen Obertönen und arrangiert sich blendend mit den teils forschen Blechbläsern. So in „I wish you love“, „Misty“, „Fever“ oder dem Ohrwurm „All of me“.

Vergleichsweise neu sind auch vier Damen in den Reihen der Jazzer. Drei von ihnen – Marina Heudorfer, Marion Kynaß und Lena Schumm – sitzen im Saxophonregister, während Krissie Kehrer die Riege der Trompeter verstärkt. Jazzkonzerte bieten Instrumentalsolisten reichlich Gelegenheit, sich zu profilieren. So griff Hans Georg Rimmele zwischendurch zu Klarinette und Saxophon, um den Instrumenten halsbrecherische Klangakrobatik zu entlocken im Wechsel mit wunderschön dahinfließender Melodik. Auch Trompeter Günter Holderried war häufig solistisch im Einsatz, bestritt Duette mit Armin Sprolls Saxophon oder der Posaune von Alex Werner und umgarnte die Stimme von Michaela Rust. Klar, dass das Publikum im voll besetzten Stadtforum jede Soloeinlage postwendend mit heftigem Szenenbeifall quittierte.

Und zogen die Musiker Hits aus ihrer Wundertüte, wie Henry Mancinis „Pink Panther“, „Moonriver“ oder „Breakfast at Tiffany’s“, so wurden die Melodien prompt mitgesummt. Viel Heiterkeit ernteten Bandmitglieder wie Hannes Zubler, Christian Härle oder Chef Rimmele höchstpersönlich, die im Wechsel mit Michael Stephan Histörchen aus dem Nähkästchen der Band preisgaben.

Nach knapp drei Stunden und zwei Zugaben endete ein überaus sympathisches Jubiläumskonzert, zu dem sich auch viele ehemalige Bandmitglieder und Fans der ersten Stunde eingefunden hatten, darunter der letzte Landrat des ehemaligen Landkreises Saulgau, Winfried Steuer.