New York, New York! Populäres auf hohem Niveau

Big Band Saulgau entführt Zuhörer musikalisch an den Broadway

VON JOHANNES KOCH

Bad Saulgau – In bester Spiellaune hat sich am Samstagabend die Big Band Saulgau präsentiert. Unter dem Motto „Big Band goes Broadway“ stand der Konzertabend im vollbesetzten Stadtforum ganz im Zeichen der beliebtesten Musical-Hits aller Zeiten.

Den Auftakt bildete der heutige Jazz Standard „How high the moon“ aus der Revue „Two for the show“ von Morgan Lewis, das im Jahre 1940 am Broadway uraufgeführt wurde. Bereits während der ersten Takte des Stücks zeigte sich das besondere Gespür des Ensembles für großartige Dynamik, swingende Rhythmen und mit Sexten und Nonen angereicherte Jazz-Harmonisierungen.

Beim darauf folgenden „Almost like being in love“ konnte man die Wolkenkratzer New Yorks der 20er-Jahre, schwarze Limousinen und elegante Hochsteckfrisuren, Gentlemen in weißen Hemden förmlich vor dem inneren Auge vorbeiziehen sehen. Dies lag nicht zuletzt an der leichten, unbeschwerten Stimme von Gesangssolistin Michaela Rust, die dem Stück einen beinahe verruchten Charme einhauchte. Moderator Michael Stephan, der eloquent und sympathisch durch den Abend führte, nahm dieses Thema gerne auf und erklärte nach dem Klassiker „Summertime“ aus George Gershwins „Porgy and Bess“, dass die Geschichte hinter dem nächsten Stück, „The Lady is a tramp“ durchaus eine mitunter schlüpfrige sei. „Frau schnell kennengelernt, die Nacht gemeinsam verbracht und sich aus den Augen verloren – heute würde man das als klassischen One-Night-Stand bezeichnen“, so Stephan.

Den männlichen Gesangspart für dieses Stück übernahm Nick Gordon, der den erkrankten Helmut Klozbücher vertrat. Der ursprünglich aus Neuseeland stammende Rechtsanwalt wurde bereits 2012 durch die Castingshow X-Factor bekannt. Dass die Bühne sein zweites Zuhause ist, konnte man dem jungen Musiker in jedem Moment ansehen. Nicht nur mit seiner vollen, kräftigen Stimme, sondern auch durch seine eleganten Bewegungen und seine locker-lässige Art, Musik zu zelebrieren, sorgte er mit „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem „Dschungelbuch“ und seiner Schauspieleinlage als „Phantom der Oper“ für die uneingeschränkten Höhepunkte des Abends. Auch der aus der Feder von Fred Ebb und John Kander stammende Frank Sinatra Klassiker „New York, New York“ konnte durch das grandiose Arrangement von Peter Wagenleiter, das gefühlvoll gespielte Banjo von Bruno Bischofsberger und Michaela Rusts Stimme begeistern. Bei ruhigeren Stücken, wie beispielsweise „Somewhere over the rainbow“, zeigte sich die sanftere Seite der Big Band, auch wenn hier Rusts Gesangsstimme an der einen oder anderen Stelle nicht ganz ins Schwarze traf.